Dienstag, 23. Juli 2013

Humor macht aus gequälten Perfektionisten erfolgreiche Menschen!

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich ein Training „Führen und motivieren mit Humor“ bei einer Organisation gegeben, die mehrere ebenfalls sehr große Unternehmen unter ihrem Dach versammelt. Die Teilnehmer waren Chef- und Oberärzte der dortigen Kliniken, eine Sexualmedizinerin, ein Psychiater und mehrere Manager des öffentlichen Nahverkehrs. Die Zusammensetzung verdiente also den Namen heterogen. Es handelte sich um 12 Männer und 2 Frauen. Oberes Management eben.
Nun haben Männer und Frauen einen sehr unterschiedlichen Humor. Männer benutzen den ihren oft, um ihre Überlegenheit und ihren Status zu dokumentieren. Frauen den ihren, um Verbindungen zu schaffen. Dementsprechend haben Männer mehr Angst, mit Humor zu arbeiten als Frauen. Sie, die Männer, fürchten ihren Status zu beschädigen. Frauen fürchten das weniger. Und nicht nur, weil, wie böse Zungen behaupten, sie gar keinen Status zu verlieren haben. In erster Linie, empfinden Frauen Humor eher als integrierend.
Den Humor, den wir als Kommunikations- und Motivationsstrategie brauchen, ist allerdings weder weiblich noch männlich. Er vereint die Qualitäten beider Humorarten. Er ist verbindend, aber dennoch führend, provokativ und immer wertschätzend. Das nur zur Erinnerung. Zwei Wochen sind eine lange Zeit.
Auch bei diesem Training hatten natürlich alle anfangs Befürchtungen, aus sich heraus zu kommen. Und mit Humor zu arbeiten. Ich verstehe es als meine vornehmste Aufgabe, den Teilnehmern das Vertrauen zu sich und zu mir zu geben, ihr Humorpotenzial zu entwickeln. Denn ohne das eigene Humorpotenzial kann man natürlich nicht humorvoll mit Mitarbeitern und Kunden umgehen. Waschen ohne nass zu werden, funktioniert auch nicht.
Ein Humorprinzip möchte ich Ihnen gerne vorstellen: Die perfekte Unvollkommenheit. Sie beruht auf der Einstellung, den Anspruch 100% perfekt sein müssen, aufzugeben. Wer Ziele verfolgt, die er nicht erreichen kann, weil sie dem Mensch-Sein widersprechen, kann nur scheitern.
Ich rede hier nicht wider guter Leistung. Das hätte nicht nur bei Ärzten böse Folgen. Es geht darum zu wissen, was man sich selbst zumuten kann. Seine Bedürfnisse und Emotionen in das eigene (Berufs-)Leben zu integrieren. Fehlertolerant sich selbst und anderen gegenüber zu sein. Fehler sind Wege zum Ziel.

Wir haben zum Thema „perfekte Unvollkommenheit“ einige Übungen durchgeführt. Ich stelle Sie Ihnen vor, in der Hoffnung, dass Sie sie einmal für sich nachmachen:
1. Die Teilnehmer erzählten, was Sie im Beruf besonders gut können und was Sie für Ihren Beruf qualifiziert. Das war einfach.
2. Die Teilnehmer erzählten, was sie leider in ihrem Beruf gar nicht gut können. Das war schon schwieriger. Ich habe es schon einmal erlebt, dass ein Mann sagte, er könne ganz schlecht ein Unterseeboot steuern. Er war Controller!
3. Dann sollten die Teilnehmer ihre berufliche Biografie als positiv darstellen, aber aus Sicht ihrer Schwächen und ihres partiellen Scheiterns. (Das haben wir alle, das partielle Scheitern. Ich versage völlig in Mathematik. Und noch einigen anderen Dingen.) Sie hatten 10 Minuten Zeit zur Vorbereitung und hielten dann einen humorvollen Vortrag.
So entstanden 14 anrührende, ehrliche und humorvolle Biografien. Und danach enterten wir die Kantine des dortigen Rathauses, mit roten Nasen. Es war unglaublich.
Versuchen Sie es doch auch einmal! Das Prinzip der perfekten Unvollkommenheit.
In diesem Sinne. Erfolg lacht!
Ihre Jumi Vogler

Mittwoch, 10. Juli 2013

Humor macht aus Führungskräften Spitzenführungskräfte!


Keine Angst! Ich sage Ihnen nicht, dass Sie dauernd Witze erzählen sollen. Ganz im Gegenteil. Humor ist kein Witz. Humor sind auch keine blöden Späße. Humor ist eine Haltung  und eine Fähigkeit zugleich. Eine erlernbare Fähigkeit! Eine Führungsfähigkeit!
Humor führt diejenigen  zum Erfolg, die mit Menschen umgehen müssen. Wollen. Dürfen. Und wer tut das nicht? Wer mit Menschen umgeht, braucht Humor. Nein, das ist kein Kalauer. Menschen sind so unterschiedlich wie ihre Bedürfnisse. Und es ist ausgesprochen schwierig, die eigenen Bedürfnisse, die fremden, diverse Ansprüche und Leistungsvorgaben auszutarieren.
Humor macht Sie zum Kommunikationsgenie. Das liegt auf der Hand. Wer humorvoll kommuniziert und führt, gewinnt schnell das Lachen und damit das Herz der anderen. Jetzt können sie natürlich fragen:“Was interessiert mich das Herz meiner Mitarbeiter? Die sollen arbeiten.“ Aber so funktioniert der Mensch nicht. Der Mensch wird von Emotionen geleitet. Das wird in der Wirtschaft gerne außer Acht gelassen. Weil nichts Unternehmen mehr stört als unberechenbare Gefühle. Also tut man so, als gäbe es sie nicht. Als seien sie allenfalls etwas für Weicheier (und Frauen). Und dann wundert man sich, warum ein Projekt schief geht, die Mitarbeiter kündigen, die Kunden weglaufen (auch Kunden haben Herzen).
Kommunikation ist nämlich nicht nur die Vermittlung von Informationen. Informationen alleine bedeuten gar nichts! Informationen erreichen nur dann ihr Ziel, wenn Menschen die Aussagen dahinter verstehen und ihnen folgen.
Gute Führungskräfte, erfolgreiche Projektleiter, gute Berater, Verkäufer, Vertriebler sprechen die Emotionen ihrer Mitmenschen an. Wer Emotionen mit Humor anspricht, gewinnt Menschen. Ihr Vertrauen und ihre Zustimmung! Und Erfolg .In jeder Hinsicht, in jedem Beruf, in jeder Branche!
Enwicklen Sie Ihr Humorpotenzial! Denn: Erfolg lacht!

Mittwoch, 26. Juni 2013

Wie Sie mit der Humorstrategie Alltagskrisen bewältigen!

Ich hatte einen Workshop auf dem MINT Kongress 2013, also war mein Koffer voller Exemplare meines Buches "Erfolg lacht" und dementsprechend schwer. In Hannover stehe ich am IC und merke, dass ich den Koffer nicht in den Zug bekomme. Ein Mann steigt gerade aus dem Zug und geht weg. Ich rufe ihm hinterher, ob er mir helfen könne. Er kommt zurück, grinst mich süffisant an, fragt, was ich wolle. Ich bitte ihn, den Koffer in den Zug zu stellen, ich könne es nicht. Er fragt drei mal nach, immer süffisanter grinsend, was er jetzt tun solle. Die Zeit rennt mir davon. Und schaut mich an, als sei ich dement. Die Zeit rennt immer schneller. Gleich fährt der Zug ab.. Nach dem 3. Mal sagte er: "Das schaffen Sie schon alleine." Und lässt mich stehen. Mit meinem Koffer auf dem Bahnsteig. Ich stand da,  mit Tränen in den Augen, und fühlte mich gedemütigt. Wer es noch nicht weiß, ich habe eine schwere Autoimmunkrankheit. Mit fällt es schwer, Koffer zu heben. Mit letzter Kraft und in letzter Minute habe ich den Koffer dann doch noch in den Zug gewuchtet. Ich war ziemlich fertig. Körperlich.
Natürlich verstehe ich solche Menschen nicht. Aber es fällt mir auf, dass es sie immer öfter gibt, im Geschäftsleben, aber auch privat, bei alt und jung. Der Mensch wird egoistischer. (Ausnahmen sind die Solidaritätshandlungen in existenzbedrohlichen Situationen, wie beim Hochwasser. Aber das beruhigt mich nicht.).
Ehrlich gesagt, so behandelt zu werden, als sei man zu alt, zu dumm, zu weiblich, zu irgendetwas, tut richtig weh. Und das soll es auch. Es ist die Absicht des Gegenübers, uns so fühlen zu lassen.Warum? Da gibt es viele Gründe. Die alle nichts mit uns zu tun haben.
Und nun? Was können wir tun? Um uns nicht schlecht zu führlen oder stundenlang wütend. Wobei: Wut tut gut. ERstmal gar nichts. Humor entsteht nicht, wenn man solche Gefühle unterdrückt. Humor entsteht, wenn man sie zuläßt. Und dann eine andere, nämlich humorvolle Haltung dazu entwickelt. Wir können natürlich solche Menschen zu armen Idioten erklären. Das hilft aber nichts. Denn dabei ist nur unser Kopf, unsere Ratio, am Werke. Die Demütigung, der Ärger sind Gefühle und sitzen tiefer.
Ich hatte das Glück im Zug eine nette Frau zu treffen, der ich die Geschichte erzählt habe. Sie hat mir dann ihre Erlebnisse geschildert. Sie mit dem Kinderwagen plus Kind unterwegs fragt einen Mann, ob er ihr helfen könnte, den Wagen in den Bus zu schieben. Antwort: "Warum soll ich Ihnen helfen? Ist doch nicht mein Kind." Wir haben dann beide sehr gelacht, ob die Absurdität menschlichen Verhaltens.
Und das ist genau der Punkt. Auch humorvolle Menschen, Kabarettisten und Komiker werden die Welt nicht verändern. Nur unsere eigene. Und vielleichtdie unserer Freunde, Familie, Fans. Aber wir können lachen darüber, über die Absurdität menschlichen handels. Menschlichen Scheiterns. Der Mensch ist dem Mensch ein Wolf. Aber in jedem Wolf steckt ein Wölfchen. Und das sieht aus wie ein Dackel. Ganz tief drin ist er ein Dackel, wie Hu, der Humor, hier anschaulich zeigt.(Hu, der Humor ist ein unsterblicher Kobold, der bei mir wohnt. In Hannover!)
Jeder, der sich so  verhält, egal ob Wirtschaftsmagnat oder Politiker oder  Privatmensch, jeder, der sich so verhält, ist ein Würstchen. Und mit Würstchen kann man ja eine ganze Menge machen, wie man hier sieht:

Man kann mit ihnen jonglieren. Und das heißt: Fragen Sie sich in solchen Situationen, was daran komisch wäre, wenn es nicht Sie beträfe. Und meine Situation war schon saukomisch: Ich stehe da, der Zug will wegfahren, der Typ macht auf Macho. Und die Wahrheit ist, er hat sich von mir veräppelt gefühlt. Ich sehe nämlich ganz fit aus.Nicht sonderlich hilfsbedürftig. Und wie fühlt er sich? Als Mann? Er hat sich als ausgenutzt gefühlt. Männer müssen immer schwere Sachen tragen. Die Armen. Und das in Zeiten der Emanzipation. Da kann man sich schon mal als Würstchen vorkommen. Wenn das nicht komisch ist. Als mir das klar wurde, konnte ich schon wieder lachen!

Und wenn das alles nichts nützt, kann man seine Erlebnisse niederschreiben. Humorvoll niederschreiben.Das heilt. Undich kann Ihnen sogar sagen, wie man das macht. Denn Humor schlägt Status. Humor schlägt Profilneurose. Immer. Erfolg lacht!

Und hier die Tipps zum Thema Humor als Lösungsstrategie in Konflikten und Krisen:
Mein Buch "Was der Humor für Sie tun kann, wenn in Ihrem Leben mal wieder alles schiefgeht" kommt Ende Januar raus.Bei GABAL. Mann kann es jetzt schon bei amazon vorbestellen:


 Und im Frühjahr gibt es zwei offene Seminare in Berlin und München zum Thema: Humor als Lösungsstrategie in Konflikten, Krisen und Veränderungsprozessen" Hier geht es zu den Informationen und der Anmeldung.

Und Hu, der Humor, hat eine eigene Homepage: www.hu-der-humor.de

Montag, 17. Juni 2013

Humor ist Veränderung! Warum man für neue Zeiten neue Strategien braucht.


Warum soll man eigentlich mit Humor agieren, führen, kommunizieren und motivieren … privat und beruflich? Bloß, weil ich es sage. Nun, klar, dass ist Grund genug. :-) Aber mal Ernst beiseite: Es ging doch jahrzehntelang ohne Humor in Deutschland. Tja, “the times they are a-changin“ sang nicht nur Bob Dylan, das Lied singt auch Angela Merkel. Und die kann's. Das Ändern. Allerdings irgedwie ohne Humor. Und Herr Steinbrück singt immer noch: Die Partei, die Partei, hat immer recht. Und die Partei, schnubbeldiwumm, die bin ich!" Mit Humor kann er allerdings auch nicht punkten.
Und die Wirtschaft? Ganz ehrlich, Humor ist da nicht die angesagteste Strategie. Aber sie setzt sich durch. Bei denen, die klug genug sind, umzudenken. Die sehen, dass wir dringend in unserem Wirtschaftssystem Umdenken benötigen. Denn Humor heißt Umdenken. Veränderung. Besinnung auf das einzig Wesentliche: Das Menschliche. Und menschlich, sprich humorvoll, denn das eine bedingt das andere, das können nicht viele Menschen. Denn sie müssten aufhören, sich so tierisch ernst zu nehmen. Als Mittelpunkt des Universums zu sehen. Nur ihren eigenen Interessen folgen wollen. Wohin uns das bringt, sehen wir jeden Tag. Aber die Menschheit lernt, das hat sie immer getan.
Der tatsächliche Hintergrund dafür, dass Humor zum Trendthema in der Wirtschaft avanciert, ist die händeringend gesuchte Lösung für ein Problem, das viele Unternehmen haben: Wie geht man mit mit ständigen Veränderungen, ständigen Verunsicherungen um? Veränderungen, über die man keine bis wenig Kontrolle hat. Aus dem Projektmanagement wissen wir, dass es nicht ausreicht, Projekte nur perfekt zu planen und zu strukturieren: Wenn der Projektleiter nicht in der Lage ist, Menschen zusammen zu führen, zu motivieren, ihre Emotionen zu berücksichtigen und anzusprechen, gehen viele Projekte schief. Es geht also darum, Menschen mitzunehmen, Bereitschaft für Veränderung zu schaffen.
Und es wird noch um etwas anderes gehen: Die Rückbesinnung auf Werte. Die Besinnung, dass ständiges rücksichtloses Wachstum eben nur für wenige positiv ist. Und dass der Bumerangeffekt nicht ausbleibt. Man stelle sich vor, dass Deutschland die krisengeschüttelten Länder nicht unterstützt. Deutschland würde auf seinen Exporten sitzen bleiben, weil die Kunden pleite sind: Man kann auch zu Tode wachsen.
Wer seinen Humor trainiert, erlernt automatisch Fähigkeiten und erwirbt Kenntnisse, die den Umgang mit Herausforderungen und Veränderungen, erhöhtem Stress und hohem Arbeitseinsatz stärken: Fähigkeiten wie Kreativität, Problemlösungskompetenz, Kenntnisse wie Kommunikationspsychologie, emotionale Kompetenz und Wertschätzung. Wer mit Humor kommuniziert, macht es anderen Menschen leicht. Leicht bei ihrer Arbeit, leicht als Kunde, leicht als Mitarbeiter, leicht bei Konflikten und Problemen. Er motiviert sie mit Humor. Und hat Erfolg. Erfolg auf der ganzen Linie. Den muss man allerdings wollen. Und sich für ihn entscheiden.
Den Erfolg mit Humor. Denn Humor ist eine Haltung.
Die Humorhaltung verlangt Übung. Jede Veränderung ist mit kontinuierlicher Arbeit verbunden, auch die Humorarbeit. Aber die macht wenigstens Spaß, eine Damen und Herren.Allerdings wird man auch angegriffen. Nun gut, wer die Welt verändern will oder wenigstens seine eigene, der darf eben nicht in der Masse verschwinden.
Es liegt also in Ihrer Hand, ihre Gefühle mit Humor zu behandeln. Natürlich ist ein humorvoller Mensch ist nicht gefeit vor unangenehmen, widrigen und verletzenden Situationen. Ärgern darf sich auch der Humorvolle. Aber wenn er das getan hat, lacht er möglichst über die schräge Situation.
Versuchen Sie das Komische in der unangenehmen Situation zu sehen. Mir wurde neulich öffentlich entgegengehalten, ich sei eine Witzfigur. Wer mit einer roten Nase auftrete, sei als Coach nicht ernst zu nehmen. Natürlich hab‘ ich mich geärgert. Und dann habe ich mir gedacht, dass mein Kritiker eigentlich ein ganz humorloser Mensch ist. Mit sehr viel Unsicherheit. Die er durch Angriff zu verstecken sucht. Ich antwortete: „Ja, ich bin eine Witzfigur. Aber das setzt immerhin Witz und Figur voraus.“ Gut pariert, oder?
Wer mit Humor durch solche Situationen geht, ärgert sich weniger oder weentlich kürzer, lässt sich nicht so nachhaltig verletzen und reagiert souveräner und schlagfertiger. Das Selbstwertgefühl steigt. Und damit der Erfolg.
Und der lacht! Ihre Jumi Vogler

Freitag, 7. Juni 2013

Wer begeistert, lehrt! - Spitzentrainer und Spitzendozenten arbeiten mit Humor!

„Lernen macht Spaß!“ Diese Aussage galt zu meiner Schulzeit als anarchisch. Zersetzend. Staatsgefährdend. Lernen durfte keinen Spaß machen. Schule war eine ernste Angelegenheit. Und das hieß: „Biegt sie hin zu nützlichen Menschen. Sitzen machen!“
Bei mir hat das Erziehungsmodell komplett versagt. Ich entwickelte mich sofort zur Oppositionellen und dann aus purer Notwehr kam ganz viel Humor dazu. Ich konnte beispielsweise meinen Chemielehrer nicht ernst nehmen, der mich davor warnte, zu viel männlichen Intellekt zu entwickeln. Das würde meiner weiblichen Ausstrahlung schaden. – Er hatte recht. (Das ist ein Witz! Oder?)
Die meisten von uns haben keine guten Lern- bzw. Lehrerfahrungen. Und sie mit in den Beruf übernommen. Als Teilnehmer und leider auch als Trainer. Ich habe Trainer erlebt – das spottet jeder Beschreibung. Aber ich versuche es mal: Ich erinnere mich an einen Herrn, der Projektmanagement lehrte. Nach drei Stunden lag die Hälfte der Teilnehmer mit dem Kopf auf den Tischen und schnarchte. Als ich ihn darauf aufmerksam machte, antwortete er, das sei doch immer so. In jedem seiner Seminare. Völlig normal also. Ich habe Kommunikationstrainer erlebt, bei denen nur einer sprechen durfte, der Trainer selbst.
Dabei ist es ganz einfach. Menschen lernen am meisten, wenn sie auf etwas neugierig sind. Wenn sie etwas selbst machen dürfen. Wenn sie Erfolgserlebnisse haben. Und wenn sie lachen. „Wer lacht, lernt.“ Humor entwickelt Menschen. Trainer und Coaches, die im Umgang mit Menschen per se humorvoll sind, schaffen Vertrauen und Veränderungsbereitschaft. Selbstironie hebt Distanz auf und wirkt sympathisch.
Natürlich kann man Humorinterventionen für alle möglichen Warm-Ups und Lockerungsübungen benutzen. Es gibt sogar Übungen gegen das Suppenkoma (Die Trägheit nach dem Mittagessen). Ich mag besonders: Die Ritter(innen) befreien die Prinzen/Prinzessinnen aus der Höhle des bösen Drachen (geschlechtsneutral). Macht sehr schnell sehr wach.
Aber natürlich kann man eine Humorintervention auch im Trainingskontext benutzen. Dort ist sie besonders wirksam.
Eine gute Übung für das Teamtraining ist der „Chor“
Die Teilnehmer bilden drei Gruppen. Jede Gruppe soll einen kurzen Sprechgesang beherrschen, den ich vorgebe. Je nach Laune, und Stimmung. Die erste Gruppe singt zum Beispiel: „Tschaka tschaka bumm bumm“. Das ist intellektuell zu verkraften. Die zweite: „Krawupp schnee schnau.“ Die dritte: „Schubbeldiwumm, schnubbeldischrei“. Oder so. Wenn alle drei Gruppen ihren Text können, singen wir im Kanon. Der Seminarleiter fungiert als Dirigent. Eine Gruppe beginnt auf sein Zeichen. Dann fallen die anderen ein. Mit unterschiedlichen Lautstärken. Am Ende entsteht natürlich das fulminante Crescendo. Und ein umwerfendes Wir-Gefühl.“ (aus meinem Buch „Erfolg lacht! Humor als Erfolgsstrategie“)


Ob Sie es glauben oder nicht, ich spiele in Führungskräfteseminaren, bei denen es um die Ausübung von Macht geht, gerne mal die Reise nach Jerusalem. Dabei kann man gut beobachten, wer wie mit welchen Mitteln kämpft. Hinterher reflektieren wir das Wettbewerbsverhalten. Sehr aufschlussreich.
Viele Übungen kommen aus dem Improvisationstheater. Übungen, von denen die Teilnehmer nicht einmal träumten, dass sie mit ihnen konfrontiert werden. Zum Beispiel: „Betreten Sie den Raum und versuchen Sie uns zu überraschen. Und zum Lachen zu bringen. Ohne Worte.“
Bisher hat jeder mitgemacht.
Der Nutzen von richtig knackigen Übungen zu den Thema Projektmanagement, Teamtraining, Führungskräftetraining, Vertrieb, Kommunikation, Präsentation ist riesig. Wer die Übungen anwendet, hat Spaß. Als Trainer. Und als Teilnehmer. Letztere werden aktiviert, haben Erfolgserlebnisse, lernen und verändern sich. Solche und nur solche Trainings sind nachhaltig.
Und genau das wollen Unternehmen! Sonst bräuchten sie ja keine Weiterbildung durchzuführen.

Bis dahin! Erfolg lacht!
Ihre Jumi Vogler

Mittwoch, 22. Mai 2013

Yorkshire-Terrier oder Rottweiler? Von der Durchsetzung mit Humor

Ich komme gerade aus dem Urlaub! Und siehe da, die Welt hat sich nicht geändert! Das Leben nimmt wieder seinen normalen Lauf. Und das heißt: Der Kampf geht weiter. Der Kampf mit den Tücken des Alltags. Zu den Tücken des Alltags gehört es, sich den immerwährenden und neuen Herausforderungen zu stellen.
Das kann man sehr unterschiedlich anfangen. Zum Beispiel sehr verbissen, auf Wettbewerb gepolt, mit Perfektionismus und unerbittlichem Ehrgeiz. Denn nur einer kann gewinnen! Siegen ist Pflicht! Sie kennen sicherlich diese Einstellung, sie gilt gemeinhin als wünschenswerte Erfolgsmentalität.
Während ich dies schreibe, ermüde ich schon vor mich hin. Denn diese sogenannte Erfolgsmentalität langweilt mich zu Tode. Sie ist so verkrampft, so wenig intelligent, so uninspiriert und manchmal sogar gefährlich. Vor allem aber ist sie eine Ideologie. Und Menschen mit Humor fallen nicht so leicht auf Ideologien und Mythen herein!
Aber auch sie müssen sich ihren Herausforderungen stellen.  Sich durchsetzen, um die eigenen Ziele zu erreichen. Aber wie geht das? Ohne Siegermentalität? Nun, zum Beispiel mit Intelligenz und Empathie. Sie schütteln den Kopf? Dann staunen Sie bei folgender Geschichte: Ein junger Mann besaß zwei wilde, unkastrierte Rottweiler-Rüden, seine brandneue Freundin einen unkastrierten Yorkshire Terrier-Rüden – mit Rückendeckchen. Schon nach kurzer Zeit wollte der junge Mann sich trennen … von seiner Freundin und seinen Rottweilern. Er befand sich nämlich in einer ernstzunehmenden Sinnkrise. Sei Thema hieß: „Wann ist ein Mann ein Mann?“ Warum? Weil sich seine beiden unkastrierten Rottweiler-Rüden namens Zorro und Wotan sofort dem kleinen Yorkshire Terrier-Rüden namens Bennie unterworfen hatten. Ohne Kampf. Sie lagen auf dem Rücken und leckten ihm das Mäulchen. Herrchen war fertig mit der Welt.
Das glauben Sie nicht? Doch, so war es. (Die Geschichte habe ich vom Hundetrainer Martin Rütter.) Der Yorkshire war der deutlich intelligentere und empathischere Hund. Und hatte einen viel näheren Bezug zur Ressource Mensch. Und deswegen zur Ressource Futter. Das machte ihn zum Rudelführer. Die Rottweiler erkannten seine Intelligenz und seine Fähigkeiten an. Durch ihre Unterordnung hofften sie, ebenfalls Zugang zu beidem zu bekommen. So wird man zur Führungspersönlichkeit!
Wie aber schafft man das mit Humor? Zugegebenermaßen besitzen Hunde keinen Humor. Empathie und Intelligenz schon. Und die sind schon mal die Grundlagen für Humor. Dazu trainiere man noch seine Kommunikationsfähigkeiten, seine Schlagfertigkeit und natürlich seinen Mut, originelle Wege zu gehen, um an das Ziel zu erreichen. Das Ganze gepaart mit Wertschätzung für sich und andere. Hört sich schwer an? Das alles kann man lernen! Wirklich! Denn Humortrainings vermitteln Menschen die Eigenschaften, die humorvolle Menschen per se haben: Kreativität, Kommunikationsfähigkeiten, Phantasie, Empathie, Kommunikationspsychologie, Mut, Spaß mitzureißen, zu überzeugen, sich durchzusetzen, zu führen.
Zum Beispiel so: Angenommen Sie – egal ob Mann oder Frau – werden zum Teamleiter befördert – als junger Mensch. Das Team aber besteht aus lauter älteren Männern. Sie merken die Verstimmung und die Konkurrenz und begegnen ihr einfach mit größtmöglicher Offenheit und einem starken Lächeln (Zähne zeigen!). Vor allem aber brechen Sie das Schweige-Tabu und sprechen aus, was die anderen denken. Das wird als durchsetzungsfähig gewertet: „Ich kann Sie verstehen, an Ihrer Stelle wäre ich ganz schön sauer, wenn ein so junger Spund mir vor die Nase gesetzt würde. Das Problem ist, da sitze ich nun. Wir können es drehen und wenden, wie wir wollen. Die Situation bleibt wie sie ist. Wir werden also miteinander arbeiten. Wenn‘s nach mir geht, ziemlich entspannt. Wir können eine Menge voneinander lernen. Zum Beispiel wie man Generationenkonflikte beendet.“ Die richtige Mischung aus Gefühl und Schärfe ist das Geheimnis.
Bei eine großen Automobilbauer arbeitete ich einmal mit einem Ausbilderteam … mit nur Männer damals. Da es um das Thema „Lean Management“ ging, musste sich die Herren mit folgender Situation herumschlagen: Es gab keinen Abteilungsleiter mehr. Keinen Chef. Alle sollten gleichberechtigt sein. Ein Team. Niemand wusste, wer der Derrick und wer der Harry war. Und das in Deutschland! Eine Katastrophe! Nichts ging mehr. Die Teammitglieder hatten sich furchtbar in den Flicken, vor allem zwei Kollege kamen mit der „führerlosen“ Situation nicht klar. Nach drei Stunden Coachings ohne Ergebnis schickte ich die beiden Streithähne, die das gesamte Team lahmgelegt hatten, mit folgenden Worten aus dem Raum: „So, meine Herren, Sie haben zwei Stunden Zeit. Sie gehen jetzt raus und kämpfen es aus wie Männer. Prügeln Sie sich. Das ist eine Anweisung. Wir haben hier einen Erste-Hilfe-Kasten. Jetzt!“
Die beiden dachten, sie hörten schlecht. Aber ich blieb hart. Also gingen sie. Natürlich haben sie sich nicht verprügelt. Aber sie sprachen das erste Mal miteinander ernsthaft über ihre Konflikte. Als sie wieder hereinkamen, wurde es doch noch ein gelungenes Teamcoaching.
Achtung! Solche Interaktionen basieren auf Wertschätzung. Wer sie benutzt, um den eigenen Status zu erhöhen, wird scheitern.
Durchsetzung mit Humor ist außerordentlich erfolgreich. Es bedeutet Provokation und paradoxe Interventionen lösungsorientiert einzusetzen. Und die gute Nachricht: Auch das kann man lernen!
Wer wollen Sie also sein: Rottweiler auf dem Rücken? Oder Yorkshire Terrier auf dem Arm bei Frauchen, der Ihnen sagt, wo es lang geht. Let the dogs out!
Erfolg lacht!
Jumi Vogler

Mittwoch, 8. Mai 2013

Exzellent führen und verändern mit Provokation und Humorinterventionen!

Kann man mit Provokationen Menschen verändern? Und wie! Man muss es nur können!
Wer mit paradoxen Interventionen und gezielten Provokationen arbeiten will, sei es als Coach, Trainer, Führungskraft oder Sozialpädagoge sollte sich über die Macht von Provokation und Paradoxie bewußt werden. Zuallererst einmal aber verabschiede er oder sie sich davon, dabei mal so richtig die Sau raus zulassen, dem Gegenüber ordentlich einen mitzugeben. Ein solches Verhalten torpediert den Einsatz dieses Tools. Provokationen und paradoxe Interventionen sollen nämlich das Verhalten des KommunikationsPARTNERS ändern und zwar auch zu dessen Besten.
Daher:
1. Finger weg von Machtdemonstrationen bei dem Einsatz dieser Tools
2. Verantwortungsgefühl, Wertschätzung und der Wille, sein Gegenüber zu unterstützen sind die einzig gültigen Motivationen.
3. Gesprächsführung mit Provokation und paradoxe Interventionen muss man erlernen … von einem Profi!

Nur dann sind sie ungewöhnlich wirksam. Sowohl im Coaching, als auch im Training und als Führungswerkzeug. Und wie? So: Menschen entwickeln innere Widerstände, wenn sie sich verändern sollen. Sogar, wenn sie sich verändern wollen! Haben Sie schon mal eine Diät gemacht? Mit dem Rauchen aufgehört? Selbst, wenn wir wissen, dass etwas gut für uns ist, heißt das noch lange nicht, dass wir es auch tun. Der Geist ist willig, aber das Fleisch oder wer auch immer ist schwach. Der innere Widerstand gegen die Veränderung ist groß. Und diesen inneren Widerstand umgeht man bei paradoxen Interventionen. Man baut einfach einen äußeren auf, nämlich die Provokation selbst und schafft damit eine Irritation. Der innere Widerstand wird aufgegeben, außen lauert ein neuer Widerstand, den man so lange bekämpfen muss, bis man über sich selbst lacht!
Und dann passiert folgendes: „Ein Klient kam zu mir zum Präsentationstraining. Freiwillig, versteht sich. Er hatte schreckliche Angst vor öffentlichem Reden. In Zukunft sollte er auf Bitten seiner Führungskraft Vorträge auf Fachkongressen halten. Mit anderen Worten: Ihm ging es schon mal besser. Er fing mit steinerner Miene und brüchiger Stimme an, mir seine Präsentation vorzustellen. Sofort und immer wieder unterbrach er sich, um mir zu erklären, wie abgrundtief unbegabt er sei. Natürlich kam er keinen Schritt weiter. Das heißt, er konnte aufgrund seiner inneren Blockaden keine neue Erfahrung machen. Also übernahm ich seine inneren Stimmen, in dem ich aus ihnen kleine hässliche Gnome mit den Namen Egon, Waldemar und Diederich schuf.

Alle drei hatten Ähnlichkeit mit Rumpelstilzchen und bewegten sich auch so. Das Vertrauen in sich hatte mein Klient schon lange verloren. Nun verlor er es auch in mich. Er zweifelte an meinem Verstand. Aber er begann wieder, seine Präsentation zu halten. Immerhin hatte er Geld dafür bezahlt. Die Gnome ließen ihm keine Chance, sich selbst zu unterbrechen. Sie unterbrachen ihn. Dauernd. Waldemar quäkte mit hoher Stimme: Das ist ja furchtbar, furchtbar ist das!“. Diederich argwöhnte dunkel: Das lernt der nie!!“ und Egon sprach mit S-Fehler: „Daß ißt ßenßationell ßaußchlecht.“
Zuerst musste mein Klient sehr lachen. Dann war er genervt von meinen Unterbrechungen. Und dann hielt er den ganzen Vortrag, ohne zu merken, dass die Gnome ins Gnomenland zurückgekehrt waren. Selbstverständlich haben wir daran gearbeitet, dass er sich diesen Zustand bewahren konnte. Auf dem Kongress hielt er seine sehr "gescheite" Präsentation problemlos.
Mehr noch: Er fühlte sich wohl. Noch mehr: Seine Zuhörer fühlten sich wohl. Sie waren äußerst angetan. Er selbst hat die Gnome Egon, Waldemar und Diederich ins Herz geschlossen. Gnome haben es auch nicht leicht. Sie müssen immer sabotieren. Nun können die drei ausspannen, verschiedenen Vortragsäle begutachten, über andere lästern und meinen Klienten wohlwollend begleiten.“ (aus einem Buch „Erfolg lacht! Humor als Erfolgsstrategie“)
Ein Ausbilderteams der Volkswagen AG stand vor folgendem Problem, bei dessen Lösung ich das Team unterstützen sollte: Im Zuge von Leanmanagement gab es in diesem Team keinen Chef mehr, alle waren gleichberechtigt. Ein Chaos brach aus. Um es den weiblichen Lesern zu erklären: Es handelte sich um Männer! Niemand wusste, wer der Derrick und wer der Harry war. Und das in Deutschland! Die Emotionen kochten hoch. Zwei Herren hatten sich besonders in den Flicken. So sehr, dass sie das ganze Teamtraining lahm legten. Ich schickte beide aus dem Raum mit dem Auftrag, die Angelegenheit „wie Männer“ auszutragen, sich also ordentlich zu prügeln. Weil ich freundlich bin, teilte ich ihnen mit, wo sich der Erste-Hilfe-Kasten befand. Die beiden waren vollkommen von den Socken. Sie verließen den Raum und prügelten sich natürlich nicht. Sie redeten. Sie hatten keine andere Wahl. Und nach zwei Stunden kamen sie zurück und das Training konnte konstruktiv werden.
Sie sehen: Alles bleibt anders! Erfolg lacht!