Montag, 21. Juli 2014

Wer sich ernst nimmt, sät Gewalt!

Es ist Sonntag Morgen. Im Fernsehen läuft "Der Fernsehgarten". Oder so etwas.  Draußen 31 Grad und Sonne. Auf Facebook nur Schönes.
Und dennoch: Wir werden konfrontiert mit Gewalt und Tod.
Der Flugzeugabschuss in der Ukraine. Der Krieg zwischen Hamas und Israel. ISIS, Afghanistan und Syrien. Jawohl Syrien.Gibt's noch, das Töten. Obwohl die Community Syrien vergessen hat, geht dort das Sterben weiter. Der Diktator hat Glück.
Es gibt natürlich noch viel mehr  Gewalt, zum Beispiel in Afrika, aber ich finde, das reicht für einen Sonntag.
Alle diese Gewalttaten entstehen, weil sich bestimmte Menschen oder Menschengruppen sehr sehr ernst nehmen.  Wer sich ernst nimmt, hält andere für nicht so wichtig. . Für nicht so bedeutend. Für falsch. Für eliminierbar.
Sich selbst ernst zu nehmen, das ist in unserer Welt untrennbar mit Erfolg verbunden. Einem sehr zweifelhaften Erfolg. Der auf Überwindung, bestenfalls, und Vernichtung, schlechtestenfalls, des Gegners beruht.
Und alle nehmen sich ernst: Die Separatisten in der Ukraine. Putin und die Mehrheit der russischen Bevölkerung. ISIS. Hamas. Israel. Afghanistan, Assad in Syrien.
Die Folge in diesem Fall: Gewalt und Krieg.

Die Fähigkeit, sich selbst nicht so ernst zu nehmen ist für mich eine der größten menschlichen Fähigkeiten überhaupt. Wer das kann, kann von sich ab sehen. Kann sich selbst reflektieren. Kann die Bedürfnisse und das Leid anderer verstehen. (ohne der gleichen Meinung sein zu müssen).

Er kann zum Beispiel sehen, dass Herr Gysi und die FAZ recht hatten mit der Analyse von Putins Handeln. Putin und eine große Mehrheit der Russen sehen sich seit Zerschlagung der Sowjetunion gedemütigt. Von der Weltmacht zur Regionalmacht degradiert.

Und genau so wurde Russland behandelt, von den USA, die sich schon immer so ernst genommen haben- Und von der EU.
(Natürlich nehmen sich Putin und Russland ebenfalls bitter ernst. Sonst würde Russland nicht versuchen, altes Territorium zurück zu erobern.)
Wer sich sehr ernst nimmt, sieht das Gegenüber nicht mehr und daraus entsteht wie in diesen Fällen Gewalt und Krieg.

Sich selbst nicht ernst zu nehmen, bedeutet nicht Schwäche. Es bedeutet Stärke. Eine andere Stärke. Eine Stärke, die nicht nur das eigene Interesse in dem Mittelpunkt rückt, sondern auch die Interessen anderer. Eine Stärke, die nicht den uralten männlichen Mythen und Mustern von Sieg und Niederlage folgt.
Die neue Stärke des Sich-selbst-nicht-so-ernst-nehmen bedeutet Verständigung, Verständnis, Konfliktbereitschaft und Konfliktbearbeitung. Mit anderen kreativen Mitteln.

Allen oben genannten Kriegs-Parteien geht es Machtdemonstration.  Um Unterwerfung. Um Demütigung.
Es geht ihnen nicht um Krisenbewältigung. Es geht ihnen um Sieg. Die Opfer sind ihnen egal. Sie sind einkalkuliert. Kollateralschäden.Mescneh, deren Leben lange nicht wichtig ist wie das der Kämpfer, Krieger. Der Sich-selbst-ernst-Nehmer.

Deswegen eskalieren Konflikte und Krisen. Weil niemand an  Bearbeitung und Lösung interessiert ist.

Es wird Zeit, dass das sich das Sich-selbst-nicht-so-ernst-nehmen durchsetzt.

Überall.
Man kann es lernen!




Samstag, 19. Juli 2014

Auszeit-Tagebuch Nr.2: FUTSCHI für you, FUTSCHI for me!

Nun bin ich in der dritten Woche meiner Auszeit angekommen. Glaube ich. Die Zeit verschwimmt so, wenn man in den Tag hinein lebt. Der Anfang war ziemlich schwierig. (Wie ich schon an dieser Stelle geschrieben habe.)
Ich weiß jetzt, warum Politiker nicht aufhören können. Arbeit strukturiert, verschafft Anerkennung und jede Menge Emotionen, positiver und negativer. Wie beim Fußball. Nur, dass man selbst ran muss.
Wenn das auf einmal weg ist, muss man den Tag aus sich heraus strukturieren. Und mit sich selbst was anfangen können. Alleine. Alle anderen haben nämlich keine Auszeit. Und da stellt sich dann die höchst philosophische Frage: Wer bin ich denn? Ohne Arbeit? Status? Bin ich wirklich ganz alleine jemand? Oder erhalte ich eine Identität nur durch Zugehörigkeit? Und wenn ja, ist das schlimm? Fragen über Fragen. Die ich weder mir noch Ihnen heute beantworten werde.

Also: Die erste Woche meiner Auszeit war so lala. Um nicht zu sagen: Ich kam gar nicht klar. Dann wurde das Wetter besser und meine Laune. Und weil ich mir eben doch was vornehmen muss, habe ich erstmal eine Alkohol-Pause eingelegt und bin gerade dran das Rauchen zu lassen. Ja, ich weiß, letzteres schreibe ich verhaltener. Das Problem ist, ich muss mich selbst überlisten. Wenn ich sage, ich höre auf zu rauchen, kaufe ich mir sofort einen zwei Packungen. Ich muss mich also selbst aufs Kreuz legen, was ungefähr so schwer ist, wie sich selbst auf den Arm zu nehmen. Übergangsweise versuche ich es mit der E-Zigarette.
Und ich habe mir sehr Veranstaltungen und Ausflugsziele heraus gesucht.
Dienstag war ich zum Beispiel mit einer Freundin in der Monkey-Bar. Nachmittags. Im neuen Bikini-Gebäude. Am Zoo Berlin. 10. Stock. Sensationelle Aussicht auf Tiergarten und Zoo hinten und vorne auf die Gedächtniskirche. Das war am Tag, als die Nationalmannschaft hier am Brandenburger Tor war. Die waren natürlich nicht da. Gott sei Dank! Aber Hitzelsberger saß hinter mir. Trank bescheiden ein Wasser und wurde fast von niemandem angequatscht. Berlin halt.

Gestern war ich im Strandbad Wannsee. Feinster Sandstrand. Saß im Strandkorb und fühlte mich wie in den Ferien. Gut, die anderen Berliner auch. War voll, aber nicht so voll wie Malle. Sehr schön, bin sogar geschwommen. Der Wannsee ist nämlich warm. Weil flach.
Ich nicht. Flach meine ich Und deshalb wollte ich es mal sein. Und bin gestern Abend ins BKA-Theater gegangen. Ich sah ein "Neuköllnical" , also ein Musical über Neukölln. (Das Kabarett befindet sich allerdings in Kreuzberg am Mehringdamm, genau neben diesem Gemüse-Döner-Stand, der in allen Berlinführern empfohlen wird und vor dem 24 Stunden lang täglich Schlangen von jungen Menschen stehen, die alle den gleichen Reiseguide gekauft haben.)
Im Neuköllnical ging es um eine Harz IV-Empfängerin namens Edith, die ein Touri-Hostel gründet, mit allem Nepp, den es so gibt. Es kamen natürlich jede Menge Migranten vor, die Türkin in der Burka, der Inder mit nem Imbiss, zwei Frauen, mittelalt und im Leopardenlook und eine ältere Andrea Berg- Imitatorin. Und eine Sächsin. Totale Klamotte. Saukomisch.
Und dann ertappte ich mich dabei, wie ich mitsang: "Atemlos in Neukölln" und: "F.U.T.SCH.I. One for you. One for me!" Mehrmals hintereinander! So kann es kommen in Auszeiten. Und ich war noch nicht mal erschüttert. War einfach nur lustig.
Heute gehe ich als Ausgleich ins Literarische Colloquium Berlin am Wannsee und schaue mir die Lesungen verschiedener Autoren und verschiedener Verlage an. Am Wannsee. Nicht umsonst, aber draußen.

Und nun natürlich die Frage aller Fragen:
Helfen Auszeiten, um danach wieder Spitzenleistungen zu bringen?
Antwort: Ich habe keine Ahnung. Das werde ich später erfahren. Eines aber ist klar. Auch Auszeiten brauchen Struktur. Irgendeine. Und sie sind eine Herausforderung.  Freiheit ist relativ!
Und braucht Humor. Wie eigentlich das ganze Leben. Weil einfach nie etwas so ist wie einem immer alle versprochen haben!


Freitag, 18. Juli 2014

Humor hilft das Leben zu überleben!


Humor entlarvt. Er verweist  auf  die tiefsten Wahrheiten. Die hinter den Glaubenssätzen der Menschen.
Ich habe vor einigen Tagen eine Reportage über den Krieg Israel und der Hamas im Gazastreifen gesehen. Einer alter, völlig verzweifelter Palästinenser, voller Hass und Schmerz, sagte:
 "Wenn ich jünger wäre, würde ich mir einen Sprengstoffgürtel umschnallen und mich in Tel Aviv in die Luft sprengen."
Es hat mich geschaudert. Nicht wegen des Hasses. Hass gebiert Hass. Nicht wegen der Angst vor dem Tod, die im Gaza-Streifen jeder fühlt. Denn jeden kann die Bombe treffen. Sondern wegen des unfreiwilligen schwarzen Humors und der tiefer liegenden Wahrheit der Ideologie von Sprengstoffattentäter.
Warum? Nun ein alter Mann besitzt  weniger Zukunft als ein junger Mann. Er ist dem Tod natürchlicherweise näher. Die jungen Männer sprengen sich in die Luft, denn ihre Angst vor dem Tod ist druch Ideologie und Verblendung umgewandelt. Aber dieser alte Mann hält sich für zu alt, um zu sterben.  Das ist so unglaublich absurd, das ich nicht weiß, ob ich lachen oder weinen soll.

Obwohl dieser Satz unfreiwillig schwarzen Humor aufweist, zeigt er, wie Humor funktioniert.
Er entlarvt, er zeigt die Wahrheit. Die Wahrheit hinter all den Glaubenssätzen und Ideologien,mit dneen sich Menschen gegenseitig in den Tod treiben oder Krankheit, in Armut und Leid.
Auch, wenn sie, wie so oft, niemand hören will.
Genauso funktioniert übrigens jüdischer Humor und besonders der über den Holocaust:

Im Zug treffen sich ein Rabbi und ein ehemaliger SA-Strumtruppenführer.
Meint der SA-Mann: "Man, Jud, kannst Du mir sagen warum wir den Krieg verloren haben???"
Rabbi :"Ja, wegen der jüdischen Generäle."
SA-Mann: "Aber wir hatten doch keine Juden als Generäle! Das hätt's bei uns nie gegeben!"
Rabbi: "Eben!"


Eine ältere Frau bestellt in einem teuren Jerusalemer Restaurant eine Flasche Wein. "Ich empfehle unseren 94er Cabernet", sagt der Kellner. "Nein. 1994 ist mein Mann gestorben." - "Wie wäre es mit einem 87er?" - "Ungern: Da habe ich erfahren, dass mein Sohn schwul ist." - "Wissen Sie was", sagt der Kellner genervt: "Nehmen Sie doch einfach ein Mineralwasser!" - "Gute Idee", antwortet die Frau, "but without gas - wegen meiner deutschen Oma." 



Humor ist eine Waffe. Und oft die Waffe des Unterlegenen, des Wehrlosen. Denn wer wehrlos ist, ist gezwungen darüber nach zu denken, warum er wehrlos ist. Und so durchschaut er die Welt. Obwohl er leidet. Und muss darüber lachen. Das rettet ihn. Und läßt ihn das Leben  ertragen. Und zu überleben.

"Der Ernst muss heiter sein, der Scherz muss ernsthaft schimmern", sagte Novalis und Schopenhauer: "Je mehr ein Mensch des ganzen Ernstes fähig ist, desto herzlicher kann er lachen."


Montag, 30. Juni 2014

Mein "Auszeit-Tagebuch" Tag Nr. 1: Schluss mit lustig?

Heute ist Tag eins meiner Sommer-Auszeit. Ja, ich habe mir vorgenommen, eine längere Auszeit zu nehmen. Gut, heute morgen musste ich noch Kleinkram erledigen, aber ansonsten ist komplett Auszeit angesagt.
Ich habe mir viel vorgenommen. So eine Auszeit muss ja total durchorganisiert sein! Jawohl: Der Plan lautete: Mit ganz viel guter Laune, ausschlafen, ganz viele kreative Dinge tun, Berlin anschauen, die nächsten fünf Bücher planen, endlich mal total zu rauchen aufzuhören, keinen Alkohol zu trinken, abzunehmen, Sport zu machen. Alles Dinge, die andere so tun in der Auszeit.
Und dann das: Ich wache auf und stelle fest, dass mir weinerlich zumute ist. Was? Weinerlich? In der Auszeit? DAS GEHT GAR NICHT! Ich stehe also auf und schreibe eine Rechnung. Das musste noch mal sein und macht mich eigentlich froh! Heute aber nicht! Mir ist auch nach dem Schreiben der Rechnung weinerlich! So weinerlich, dass ich am allerliebsten das Duschen weglassen würde und unter Umgehung der üblichen Dinge wie Spülmaschine auszuräumen wieder ins Bett zu wollen.
DAS GEHT ABER GAR NICHT. So eine Auszeit kann ich doch nicht verplempern.
Ich hätte die Auszeit auch Sabbatical nennen können, das machen alle berühmten Menschen. Aber ich will ja nicht ein Jahr Pause machen und so berühmt bin ich auch nicht. Eine "Auszeit" muss reichen.
Also duschen, Spülmaschine ausräumen und los geht es. Auf in das pralle Berliner Leben. Heute fahre ich nach Pankow in die Gehtsemane-Kirche, die Kirche, in der die Friedens- und Demokratiebewegung Ost-Berlins ihren Standort hatte. das ist ein guter Anfang.
Die Kirche hat sogar auf und ist ganz hübsch. Ich schüttele mehr oder weniger unfreundlich einen selbsternannten Stadt- und Kirchenführer ab. Nützt nix, er hängt sich an einen anderen und erklärt in der Kirche lautstark, wie das alles so war, Ende der 80ger. Genervt verlasse ich die Kirche und trinke einen Kaffee in der Kneipe.

 Auf einmal merke ich einen Schmerz im Nacken. Den habe ich schon länger. Den Schmerz. (Den Nacken auch). Aber normalerweise verdränge ich Schmerzen, wenn ich arbeite. Das ist gut für mich. Ob für den Schmerz, weiß ich nicht. Dieses Mal lässt er sich aber nicht verdrängen. Er bleibt hartnäckig. So stark, dass es mir schwindelig wird. Dann tut irgendwas am Brustwein weh. Menschen sollen ja schon in Auszeiten gestorben sein! Aber am ersten Tag??? DAS GEHT GAR NICHT! Ich beginne  wieder weinerlich zu werden und laufe trotzig die Straße Richtung Prenzlauer Berg herunter. Es ist der erste Tag meiner Auszeit und der soll schön sein.Wie der erste Tag einer Auszeit ist, so wird die ganze Auszeit!
HILFE!!
Ich gebe auf! Gedemütigt von meiner Auszeit kaufe ich mir eine Packung Marlboro. Und ärgere mich. Dann kaufe ich mir  Spritzgebäck in rot und schwarz. Die goldenen haben irgendwelche Komiker schon weggefuttert. Und dann kaufe ich mir eine schicken spanischen Rotwein von 2007 für heute Abend. Falls mir dann noch weinerlich ist. Im Moment tun es auch die Spritzkuchen. Noch!

So ist das mit den Plänen. Der Mensch macht einen Plan und die Götter des Humors lachen sich tot.
Ich nicht!
Ich gelange langsam zu der Überzeugung, dass das mit der Auszeit kein bisschen einfach ist. Wenn man das so gar nicht gewohnt ist. So müssen sich Menschen fühlen die in Rente müssen.
Schrecklich!
Ich hoffe, meine Auszeit und ich, wir gewöhnen uns aneinander! Irgendwie! Mal schauen , wer am Schluss weinerlich ist. Die Auszeit oder ich!

Dienstag, 17. Juni 2014

"Scheitern" gibt's nicht! Leben schon!

"Scheitern", "versagen" - Worte voller grauenhafter Bedeutungen. Ganz unten sein. Die Erwartungen anderer nicht erfüllen. Die eigenen nicht. Tiefes Loch. Nicht mehr dazugehören. Aus!

Was für ein Quatsch, liebe Leserinnen und Leser. Scheitern bezieht sich immer und ausschließlich auf Normen, Kodexe, Moden, Ideologien von Menschen und Gesellschaften. Wer dagegen verstößt, scheitert.

Das geht privat: Jedes schwarze Schaf der Familie weiß das. Ich zum Beispiel sollte Prinz Albert von Monaco heiraten und gleichzeitig Bundeskanzler! werde. Kein Witz! Sie glauben gar nicht, wie ich gescheitert bin! :-)

Vor Jahren war Rauchen cool. Wie Spinat zu essen. Und heute? Weder Spinat noch Zigaretten stehen hoch im Kurs.

Vor Jahren blieben Frauen zu Hause. Wer arbeitet, hatte einen Mann, der eine Frau nicht ernähren konnte. ES war ein Statussymbol für den Mann und mit ihm die Frau, wenn diese nicht arbeitete.
Sieht auch ganz anders aus.

Häuser zu besetzen war in Berlin der 70ger und 80ger politisch korrekt, bei den Hausbesetzern. Heute besitzt man in ähnlichem Alter Häuser, am Prenzlauer Berg.Das ist politisch korrekt. Bei den Hausbesitzern.

Ich kann natürlich ewig so weiter machen. Sie bemerken aber das Prinzip.

Eigentlich ist es ganz einfach. Selbst denken, selbst leben, einen eigenen Standpunkt, eine eigenen Philosophie finden, von der aus Sie selbst leben können.
Aber so einfach ist es eben nicht. Wir sind Herdentiere und werden natürlich von außen gezwungen, bestimmte Regeln und Normen und Verhaltensweisen zu übernehmen, um dazu zu gehören.
Dazu zu gehören ist in Ordnung.  Aber nur dann, so lange es Sie nicht dort zum Versager stempelt, wo Sie sich selbst gar nicht so empfinden.
Nur dann, so lange es Ihre eigenen Entwicklung nicht behindert.

Scheitern ist ein Konzept der Gesellschaft, um Wettbewerb, Hierarchien. Macht zu kreieren. Ich habe kein Problem mit Wettbewerb. Für manche ist Wettbewerb gut. Für manche nicht. Manche können nur in Freiheit existieren. Ohne Druck.
Menschen sind nicht gleich.
Deshalb hören Sie auf zu scheitern! Denn scheitern ist nur ein Konzept. Überprüfen Sie, wann und wo und vor welchen Ansprüchen Sie gescheitert sind. Meistens sind es die der anderen.
Wagen Sie zu leben. Ihr eigenes Leben. Ihre eigenen Erfolge!


Montag, 16. Juni 2014

Humor schützt vor falschen Vorbildern!

Immer, wenn ich Social Media Seiten besuche, bin ich verblüfft. Jeder Zweite Post brüllt mir irgendwelche Ratschläge entgegen. Ungefragt. Im Imperativ!
Alle diese Ratschläge sollen mir helfen, mich zu optimieren. Besser, dünner, schneller, empfindsamer, erfolgreicher, paarbereiter und reicher zu werden.
Das ist ja eigentlich ganz nett von den Menschen, die ihre Ratschläge kostenlos zur Verfügung stellen?
Nein, ist es nicht. Denn alle diese Menschen, die anderen dazu verhelfen wollen, sich zu optimieren, habe ganz einfache Ego-Interessen.
1.Geltungssucht und vermeintlicher Status. Wer Ratschläge gibt, gilt als Experte. Völlig unabhängig davon, ob er es auch ist. Ich kenne "Experten" im Netz, die tun ihre Meinung öffentlich kund und leben völlig entgegen ihren eigenen Ratschlägen.
2. Ökonomische Interessen. Die meisten wollen mit diese Ratschlägen Geld verdienen. Was ja okay ist.
3.Geringe Wirksamkeit. Alle Menschen geben Ratschläge aufgrund ihrer eigenen Erfahrung.
Sie verkaufen sozusagen ihr eigenes Erfolgsrezept. Und das ist nun mal nur auf sie zugeschnitten und nicht allgemeingültig.

Was mich erstaunt und manchmal auch zu Lachen bringt, ist, dass so viele Menschen diesen Beiträgen folgen. Sie gutheißen. Ohne sie zu überprüfen. Natürlich sind wir Menschen so: Wir sind bequem, wir wollen dazugehören, wir wollen Vordenker und, jawoll, Führer. (Ich kann natürlich auch "Leader" sagen, gilt als politisch korrekter.)
Und deswegen helfen uns so oft diese Ratschläge nicht aus Krisensituationen. Sie sind nicht für unsere Situation "gemacht". Wir investieren an Zeit und Geld und wenig oder nichts kommt dabei heraus.

Davor schützt Humor! Denn das hervorragendste Merkmal von Humor ist Intelligenz. Und die besitzen wir - fast - alle. Wenn wir anfangen, die Komik und Widersprüchlichkeit der Welt zu sehen, dann sehen wir die Welt ohne die Brille der jeweiligen Mode, Trendmeinung oder Ideologie. Wir sehen, wie Menschen funktionieren. Und lachen darüber. Wir beginnen Verantwortung für uns selbst zu übernehmen. Wir hören auf, falschen Vorbildern nachzulaufen. Und werden unabhängiger von anderen Meinungen. Wir werden uns selbst ein Vorbild.  Mit allen Schwächen und Stärken. Über unsere Fehler lachend.
Humor ist nämlich kein Witz. Humor bedeutet Wachstum. Persönliches.

Montag, 19. Mai 2014

Warum nur Humor gegen die Anforderungen der "Leistungsgesellschaft" hilft.

Kennen Sie das? Montag morgen! Der Wecker klingelt. Und Sie wissen, die Woche beginnt. Zuallererst beginnt aber das Gefühl von völliger Überforderung. Nicht wegen der Woche. Sondern weil die ganze Welt Ihnen einredet, dass Sie nicht normal, wahlweise ein Versager seien, wenn Sie nicht freudestrahlend aus dem Bett springen und sich auf  fünf bis 36 Stunden Tage freuen.
Sie freuen sich aber gar nicht. Sie wollen liegen bleiben. Oder Urlaub. Oder beides.
Am Bett liegt ein Buch, dass Sie auffordert, endlich Spaß an der Arbeit zu haben. Sie schauen auf den Titel und ermüden schlagartig. Aber es nützt nichts. Das Kind schreit, das Ehegespons nölt oder umgekehrt und die Arbeit ruft und der ganze Alltagskram auch.
Jetzt hilft nur eins! Humor.
Denn: Wenn der Spaß aufhört, beginnt der Humor!
Machen Sie sich klar, dass es allen so geht wie Ihnen. Und dass die, die die Bücher darüber  schreiben, entweder nicht ganz normal sind oder lügen.
Denn heutzutage leben wir in einer "Leistungsgesellschaft". Was vor allem bedeutet, dass man so tun muss, als wäre es total toll, gaaanz viel zu arbeiten, einen Burn Out zu haben, um dann noch mehr zu arbeiten,dabei Kinder in die Welt zu setzen und die Bio zu ernähren, ganz viele Freunden zu bekochen,  Sport zu machen, um fit zu sein und im Urlaub Chinesisch zu lernen.
Obwohl die nie nach China kommen und alle an einem Herzinfarkt sterben. Was irgendwie besser ist als an Diabetis durch Übergewicht.
Also Hu, der Humor, sagt: Tot ist tot!

Das ist zu einfach? Ich weiß nicht!

Ist das nicht urkomisch? Alle rennen mit hechelnder Zunge, völlig gestresst, wie blöde diesem Fake hinterher und keiner erreicht das Ziel. Erinnert mich an meine Jugend, als ich als echtes Pummelchen unbedingt in Röhrenjeans passen wollte. Ich habe mich mit den Dingern in die Badewanne gelegt und so hinterher echt aus wie eine Presswurst.
Das ist urkomisch!
Lachen Sie darüber! Und machen Sie sich das Leben leicht!
Sie dürfen das!
Lachen Sie über die Hamster im Hamsterrad.
Die haben nur das Rad! Sie aber Humor!
Lachen Sie über sich ! Weil etwas in Ihnen auch rennen will. Obwohl Sie wissen, das es totaler Quatsch ist.
Lachen Sie! Das ist Humor!
Genießen Sie das Leben. ganz egal, ob Sie Geld haben oder keins.

Nein, das ist nicht unverschämt. Die sind realistisch.
Genießen Sie das Leben! Finden Sie die komisch Seite in allem, auch in sich.
Verlangsamen Sie Ihr Leben! Reduzieren Sie Ihre Aufgaben? Hören Sie auf, perfekt sein zu wollen!

Kleine Montagsübungen:
1. Versuchen Sie heute eine Tätigkeit gaaanz langsam auszuführen. Zum Beispiel, Kaffee zu kochen. Atmen Sie mit einem Lächeln, konzentrieren Sie sich auf jeden Handgriff und denken Sie bei jedem Handgriff das, was Sie gerade tun. Zum Beispiel: "Ich nehme meine Tasse zur Hand.Es ist eine schöne Tasse. Meine Tasse. Nun stelle ich Sie unter die Kaffeemaschine ..." Und immer schön lächelnd ein- und ausatmen.
Sie werden garantiert am Anfang wahnsinnig., Aber es entschleunigt radikal.
2. Wenn Sie jetzt schon genügend gestresst sind, dann setzen Sie sich hin und überlegen, was Sie alles in dieser Woche an Aufgaben weglassen können.
Für jede Aufgabe, die Sie nicht erledigen, spendieren Sie sich ein Eis! Auch wenn Sie Diät machen. (Dann eben kein Abendessen!)
3.Glauben Sie nie sofort, was andere Ihnen erzählen.
Außer mir! Und Hu, dem Humor!