Montag, 29. September 2014

Humor als Erfolgsstrategie in der Führung



Auf vielfache Anfrage, noch ein mal ein  Artikel zu Thema Humor in der Führung:

Humor in der Führung? Ist das ein Witz? Nein, liebe Leserinnen und Leser dieses Blogs. Das ist ernst.
Humor ist kein Witz. Humor ist Wachstum. Persönliches und ökonomisches.
Humor ist die unschlagbare Erfolgsstrategie für Führungskräfte. Ich gebe zu, das hat sich im deutschen Management noch nicht vollständig herumgesprochen. (In den USA ist das deutlich anders. Aber ich arbeite daran.)
Aber fangen wir vorne an.  Humor ist in deutschen Führungsetagen immer noch ein Thema voller Missverständnisse. Unter Humor versteht man in diesem Lande: Flache, oft diskriminierende Witze, Comedy, Karneval, Fastnacht, Komödie und schenkelklopfende Frohsinn. Auf jeden Fall, da sind sich alle einig, ist Humor leicht, unernst und auf gar keinen Fall für den Ernst des Lebens geschaffen.  Also für das Business. Denn Humor und Wirtschaft, kann das gehen? Humor gilt als weich. Und wer weich ist, macht keine Karriere. Vor allem aber gilt das Vorurteil: Wer mit Humor agiert, wird nicht ernst genommen. Die Angst dahinter: Humor als statusmindernd.
Frauen sind dem Thema Humor gegenüber offener. Sie halten Humor für eine gute Kommunikationseigenschaft. Allerdings finden einige, dass Humor auch gefährlich sein kann. Frau  kann den falschen Humor erwischen und das Gegenüber brüskieren.
Es gibt auch Menschen beiderlei Geschlechts, die behaupten Humor sei ganz toll, weil man mit quasi spiritueller Gelassenheit über alles hinweg lächeln kann.
So weit einige Ansichten zum Thema Humor in der Wirtschaft.
Die Frage stellt sich, stimmt das? Ich sage: Nein. Humor als Kommunikations- und Führungseigenschaft funktioniert völlig anders. Denn Humor ist viel mehr als ein Witz.

„Wo der Spaß aufhört, beginnt der Humor.“ Das soll der Leitsatz sein. Denn Humor ist eine Philosophie und eine Fähigkeit, die man und frau erlernen kann.
Humor ist eine Notfallstrategie in Konflikten, Krisen und Veränderungsprozessen. Humor bezieht sich immer auf Werte und beruht auf tiefer Menschlichkeit und Wertschätzung. Was nicht bedeutet, dass Humor „nett“ ist oder lieb. Aber dazu später. Humor bedeutet Fehlertoleranz, also aus Fehlern zu lernen, Kreativität, Innovation erfolgreichen Umgang mit Krisen.
Wer Humor besitzt, hat Persönlichkeit, denn er sieht die Welt wie sie ist. Komplex.
Wer Humor hat, besitzt Stärke, denn er spricht Dinge aus, die andere sich nicht trauen auszusprechen. Wer Humor hat, verändert. Wer Humor hat, ist sichtbar. Wer Humor hat, hat ein internes Wertesystem. Und wer Humor hat, führt. Mit hervorragender Kommunikation. Und der Fähigkeit Menschen zu motivieren
Alle diese Eigenschaften sind wie geschaffen für eine Führungsrolle. Denn was brauchen Unternehmen mehr als Persönlichkeiten, die kreativ sind, Dinge blitzschnell verstehen, die kommunizieren, verändern, Konflikte lösen und Menschen motivieren.
Und wie das genau geht, erfahren Sie in den nächsten  Blogbeiträgen.
Bis dahin: Erfolg lacht!
Ihre Jumi Vogler

Freitag, 5. September 2014

Wie Sie mit Persönlichkeit und Humor die Liebe finden

Was hat jetzt Liebe mit Spitzenleistungen zu tun? Natürlich nichts. Oder? Eigentlich ist es ja fast schon eine Leistung, die Liebe, Wertschätzung, Respekt und Toleranz lange zu bewahren und zu leben. Sprich: eine gute Beziehung zu führen. Und das über einen längeren Zeitraum.

Und was ist das überhaupt? Eine gute Beziehung? Wie bekommt man die? Auf Parship? In Kneipen, Clubs? Am Arbeitsplatz?
Und was ist überhaupt Liebe? Sex? Verliebt-Sein? Vertrauen?
Fragen über Fragen.
In meinem neuen Buch "Was der Humor für Sie tun kann, wenn in der Liebe mal wieder alles schiefgeht" bin ich diesen Fragen auf kabarettistische, komische Art und Weise nachgegangen.
Eins ist klar: Ohne Humor keine liebevolle Partnerschaft!

Im Buch hat die Liebe ein Alkoholproblem. Sie trinkt zu viel "Sex on the beach" und bekommt, natürlich, einen kompletten Burn Out. Weil sie dauernd für irgendwas benutzt wird. Deswegen will sie sich umbringen. Was ihr nicht gelingt. Sie ist nämlich unsterblich.
Hu, der Humor, hilft ihr aus dem Dilemma. Nein natürlich nicht als Sterbehelfer. Er bringt sie zum Lachen. Und zum Leben. Deswegen ist sie immer noch hier.


Sie können es hier nachlesen. Im book2look.
Und bei amazon bestellen.

Alle wollen Liebe. Alle wollen den "richtigen", den perfekten Partner. Aber!
Aber: den gibt es nicht! Denn der Partner ist genau so wenig perfekt wie wir selbst.
Allein für diese Erkenntnis brauchen Sie Humor. Und sind damit schon einen großen Schritt weiter.
Auf der Suche nach einem neuen Partner.
Allerdings ist es besser, sich finden zu lassen. Mit Persönlichkeit und Humor!
Wenn Sie wissen, dass Ihr Partner ungefähr so unvollkommen ist, wie Sie - dann sind Sie schon auf dem richtigen Weg. Dann können Sie über sich selbst lachen. Über Ihre Fehler. Und Sie gestatten auch Ihrem zukünftigen Partner Fehler.

Vielleicht können Sie sogar gemeinsam über alle ihre Fehler lachen.
Das führt dann unweigerlich zu einer glücklichen Beziehung.

Wollen Sie eine glückliche Beziehung? Ja? Wirklich?
Dann entwickeln Ihre Persönlichkeit. Ihre Menschlichkeit. Fernab aller gängigen Ideale.
Humor vereint alle diese Eigenschaften: Toleranz, Selbstwertgefühl, Empathie, Erkenntnis, Kommunikationsfähigkeit und Feinfühligkeit.
Vor allem aber macht Humor Sie attraktiv. Attraktiv für andere.Wer andere zum Schmunzeln, Lächeln, Lachen bringt, ist attraktiv. Und Attraktivität kommt von innen. Immer.
Natürlich kann man auch mit Humor die Liebe beleben, halten, genießen. Und, was ganz wichtig ist, Krisen bewältigen. Kleine und große. Und sogar Treuebrüche und Trennungen. Aber davon schreibe ich das nächste Mal.
Ihre Jumi Vogler, Hu,der Humor, und die Liebe


Samstag, 16. August 2014

Auszeit Nr. 3: Auszeit macht glücklich!

So langsam nähert sich meine Auszeit dem Ende. Anfangs war die Auszeit für mich ganz schwierig. Ich hatte 5 Jahre durchgearbeitet, wie eine Verrückte, um mein Thema "Humor" auf den Markt zu bringen. Ich habe sehr viel Geld, Energie und Arbeit und natürlich Überzeugung und Herzblut investiert. Ich habe viel gelernt. Und vieles erfahren, was ich mir gerne erspart hätte.
Auf einmal nichts zu tun, das war komisch. Es war ein echter Selbstversuch. Ich hatte natürlich erst einmal ein schlechtes Gewissen. Das verging dann so langsam.

 Ich habe viel geschlafen, unendlich  viele Bücher gelesen, interessante, und keine Fachliteratur oder Sachbücher. Ich war im Wannsee baden, in der Monkeybar im Bikini-Haus , habe mir Brandenburg angeschaut, war im Kino und Theater und auf Lesungen. Und siehe da, es wurde immer besser mit der Auszeit und mir. Ehrlich gesagt ist es wunderbar mal nichts bzw. etwas anderes zu tun. Manchmal auch gar nichts. Zu faulenzen. Zu meditieren. Nichts zu planen. Ich habe folgende Entscheidung getroffen: Ich werde mir in Zukunft mehr "kleine Fluchten" gönnen. Ich bin ein kreativer Mensch und meine Kreativität verschwindet, wenn ich mich ununterbrochen im Hamsterrad drehe. Neue Inspirationen zu bekommen, andere Perspektiven einzunehmen. Das erfüllt. Und verändert. Macht glücklich. Und gibt neuen Schwung.
Den brauche ich auch, denn pünktlich zum Ende der Auszeit am 28. August, kommt mein allerneuestes  Buch heraus:
"Was der Humor für Sie tun kann, wenn in der Liebe mal wieder alles schiefgeht" .

Der Sommer ist ja die Zeit der Liebesanbahnung. Und was kommt nach dem Verliebtsein? Garantiert? Genau! Die Liebeskrise. Deswegen für alle Fälle, schon mal vorbestellen.
Und hier könnt ihr schon einmal reinschauen! http://www.book2look.de/book/fFhyhNpH4khttp








Und hier rechts. Hu, der Humor, und die Liebe. Sie hatte anfangs ein klitzekleines Alkoholproblem. Weil keiner sie liebt. Aber Hu, der Humor, hat sie gerettet. Wie er das gemacht hat, lest ihr im Buch!






So, alles Liebe. Ich gehe jetzt deutlich weniger arbeiten! Mit Vergnügen!
Liebe Deine Krise!
Eure Jumi Vogler


Montag, 21. Juli 2014

Wer sich ernst nimmt, sät Gewalt!

Es ist Sonntag Morgen. Im Fernsehen läuft "Der Fernsehgarten". Oder so etwas.  Draußen 31 Grad und Sonne. Auf Facebook nur Schönes.
Und dennoch: Wir werden konfrontiert mit Gewalt und Tod.
Der Flugzeugabschuss in der Ukraine. Der Krieg zwischen Hamas und Israel. ISIS, Afghanistan und Syrien. Jawohl Syrien.Gibt's noch, das Töten. Obwohl die Community Syrien vergessen hat, geht dort das Sterben weiter. Der Diktator hat Glück.
Es gibt natürlich noch viel mehr  Gewalt, zum Beispiel in Afrika, aber ich finde, das reicht für einen Sonntag.
Alle diese Gewalttaten entstehen, weil sich bestimmte Menschen oder Menschengruppen sehr sehr ernst nehmen.  Wer sich ernst nimmt, hält andere für nicht so wichtig. . Für nicht so bedeutend. Für falsch. Für eliminierbar.
Sich selbst ernst zu nehmen, das ist in unserer Welt untrennbar mit Erfolg verbunden. Einem sehr zweifelhaften Erfolg. Der auf Überwindung, bestenfalls, und Vernichtung, schlechtestenfalls, des Gegners beruht.
Und alle nehmen sich ernst: Die Separatisten in der Ukraine. Putin und die Mehrheit der russischen Bevölkerung. ISIS. Hamas. Israel. Afghanistan, Assad in Syrien.
Die Folge in diesem Fall: Gewalt und Krieg.

Die Fähigkeit, sich selbst nicht so ernst zu nehmen ist für mich eine der größten menschlichen Fähigkeiten überhaupt. Wer das kann, kann von sich ab sehen. Kann sich selbst reflektieren. Kann die Bedürfnisse und das Leid anderer verstehen. (ohne der gleichen Meinung sein zu müssen).

Er kann zum Beispiel sehen, dass Herr Gysi und die FAZ recht hatten mit der Analyse von Putins Handeln. Putin und eine große Mehrheit der Russen sehen sich seit Zerschlagung der Sowjetunion gedemütigt. Von der Weltmacht zur Regionalmacht degradiert.

Und genau so wurde Russland behandelt, von den USA, die sich schon immer so ernst genommen haben- Und von der EU.
(Natürlich nehmen sich Putin und Russland ebenfalls bitter ernst. Sonst würde Russland nicht versuchen, altes Territorium zurück zu erobern.)
Wer sich sehr ernst nimmt, sieht das Gegenüber nicht mehr und daraus entsteht wie in diesen Fällen Gewalt und Krieg.

Sich selbst nicht ernst zu nehmen, bedeutet nicht Schwäche. Es bedeutet Stärke. Eine andere Stärke. Eine Stärke, die nicht nur das eigene Interesse in dem Mittelpunkt rückt, sondern auch die Interessen anderer. Eine Stärke, die nicht den uralten männlichen Mythen und Mustern von Sieg und Niederlage folgt.
Die neue Stärke des Sich-selbst-nicht-so-ernst-nehmen bedeutet Verständigung, Verständnis, Konfliktbereitschaft und Konfliktbearbeitung. Mit anderen kreativen Mitteln.

Allen oben genannten Kriegs-Parteien geht es Machtdemonstration.  Um Unterwerfung. Um Demütigung.
Es geht ihnen nicht um Krisenbewältigung. Es geht ihnen um Sieg. Die Opfer sind ihnen egal. Sie sind einkalkuliert. Kollateralschäden.Mescneh, deren Leben lange nicht wichtig ist wie das der Kämpfer, Krieger. Der Sich-selbst-ernst-Nehmer.

Deswegen eskalieren Konflikte und Krisen. Weil niemand an  Bearbeitung und Lösung interessiert ist.

Es wird Zeit, dass das sich das Sich-selbst-nicht-so-ernst-nehmen durchsetzt.

Überall.
Man kann es lernen!




Samstag, 19. Juli 2014

Auszeit-Tagebuch Nr.2: FUTSCHI für you, FUTSCHI for me!

Nun bin ich in der dritten Woche meiner Auszeit angekommen. Glaube ich. Die Zeit verschwimmt so, wenn man in den Tag hinein lebt. Der Anfang war ziemlich schwierig. (Wie ich schon an dieser Stelle geschrieben habe.)
Ich weiß jetzt, warum Politiker nicht aufhören können. Arbeit strukturiert, verschafft Anerkennung und jede Menge Emotionen, positiver und negativer. Wie beim Fußball. Nur, dass man selbst ran muss.
Wenn das auf einmal weg ist, muss man den Tag aus sich heraus strukturieren. Und mit sich selbst was anfangen können. Alleine. Alle anderen haben nämlich keine Auszeit. Und da stellt sich dann die höchst philosophische Frage: Wer bin ich denn? Ohne Arbeit? Status? Bin ich wirklich ganz alleine jemand? Oder erhalte ich eine Identität nur durch Zugehörigkeit? Und wenn ja, ist das schlimm? Fragen über Fragen. Die ich weder mir noch Ihnen heute beantworten werde.

Also: Die erste Woche meiner Auszeit war so lala. Um nicht zu sagen: Ich kam gar nicht klar. Dann wurde das Wetter besser und meine Laune. Und weil ich mir eben doch was vornehmen muss, habe ich erstmal eine Alkohol-Pause eingelegt und bin gerade dran das Rauchen zu lassen. Ja, ich weiß, letzteres schreibe ich verhaltener. Das Problem ist, ich muss mich selbst überlisten. Wenn ich sage, ich höre auf zu rauchen, kaufe ich mir sofort einen zwei Packungen. Ich muss mich also selbst aufs Kreuz legen, was ungefähr so schwer ist, wie sich selbst auf den Arm zu nehmen. Übergangsweise versuche ich es mit der E-Zigarette.
Und ich habe mir sehr Veranstaltungen und Ausflugsziele heraus gesucht.
Dienstag war ich zum Beispiel mit einer Freundin in der Monkey-Bar. Nachmittags. Im neuen Bikini-Gebäude. Am Zoo Berlin. 10. Stock. Sensationelle Aussicht auf Tiergarten und Zoo hinten und vorne auf die Gedächtniskirche. Das war am Tag, als die Nationalmannschaft hier am Brandenburger Tor war. Die waren natürlich nicht da. Gott sei Dank! Aber Hitzelsberger saß hinter mir. Trank bescheiden ein Wasser und wurde fast von niemandem angequatscht. Berlin halt.

Gestern war ich im Strandbad Wannsee. Feinster Sandstrand. Saß im Strandkorb und fühlte mich wie in den Ferien. Gut, die anderen Berliner auch. War voll, aber nicht so voll wie Malle. Sehr schön, bin sogar geschwommen. Der Wannsee ist nämlich warm. Weil flach.
Ich nicht. Flach meine ich Und deshalb wollte ich es mal sein. Und bin gestern Abend ins BKA-Theater gegangen. Ich sah ein "Neuköllnical" , also ein Musical über Neukölln. (Das Kabarett befindet sich allerdings in Kreuzberg am Mehringdamm, genau neben diesem Gemüse-Döner-Stand, der in allen Berlinführern empfohlen wird und vor dem 24 Stunden lang täglich Schlangen von jungen Menschen stehen, die alle den gleichen Reiseguide gekauft haben.)
Im Neuköllnical ging es um eine Harz IV-Empfängerin namens Edith, die ein Touri-Hostel gründet, mit allem Nepp, den es so gibt. Es kamen natürlich jede Menge Migranten vor, die Türkin in der Burka, der Inder mit nem Imbiss, zwei Frauen, mittelalt und im Leopardenlook und eine ältere Andrea Berg- Imitatorin. Und eine Sächsin. Totale Klamotte. Saukomisch.
Und dann ertappte ich mich dabei, wie ich mitsang: "Atemlos in Neukölln" und: "F.U.T.SCH.I. One for you. One for me!" Mehrmals hintereinander! So kann es kommen in Auszeiten. Und ich war noch nicht mal erschüttert. War einfach nur lustig.
Heute gehe ich als Ausgleich ins Literarische Colloquium Berlin am Wannsee und schaue mir die Lesungen verschiedener Autoren und verschiedener Verlage an. Am Wannsee. Nicht umsonst, aber draußen.

Und nun natürlich die Frage aller Fragen:
Helfen Auszeiten, um danach wieder Spitzenleistungen zu bringen?
Antwort: Ich habe keine Ahnung. Das werde ich später erfahren. Eines aber ist klar. Auch Auszeiten brauchen Struktur. Irgendeine. Und sie sind eine Herausforderung.  Freiheit ist relativ!
Und braucht Humor. Wie eigentlich das ganze Leben. Weil einfach nie etwas so ist wie einem immer alle versprochen haben!


Freitag, 18. Juli 2014

Humor hilft das Leben zu überleben!


Humor entlarvt. Er verweist  auf  die tiefsten Wahrheiten. Die hinter den Glaubenssätzen der Menschen.
Ich habe vor einigen Tagen eine Reportage über den Krieg Israel und der Hamas im Gazastreifen gesehen. Einer alter, völlig verzweifelter Palästinenser, voller Hass und Schmerz, sagte:
 "Wenn ich jünger wäre, würde ich mir einen Sprengstoffgürtel umschnallen und mich in Tel Aviv in die Luft sprengen."
Es hat mich geschaudert. Nicht wegen des Hasses. Hass gebiert Hass. Nicht wegen der Angst vor dem Tod, die im Gaza-Streifen jeder fühlt. Denn jeden kann die Bombe treffen. Sondern wegen des unfreiwilligen schwarzen Humors und der tiefer liegenden Wahrheit der Ideologie von Sprengstoffattentäter.
Warum? Nun ein alter Mann besitzt  weniger Zukunft als ein junger Mann. Er ist dem Tod natürchlicherweise näher. Die jungen Männer sprengen sich in die Luft, denn ihre Angst vor dem Tod ist druch Ideologie und Verblendung umgewandelt. Aber dieser alte Mann hält sich für zu alt, um zu sterben.  Das ist so unglaublich absurd, das ich nicht weiß, ob ich lachen oder weinen soll.

Obwohl dieser Satz unfreiwillig schwarzen Humor aufweist, zeigt er, wie Humor funktioniert.
Er entlarvt, er zeigt die Wahrheit. Die Wahrheit hinter all den Glaubenssätzen und Ideologien,mit dneen sich Menschen gegenseitig in den Tod treiben oder Krankheit, in Armut und Leid.
Auch, wenn sie, wie so oft, niemand hören will.
Genauso funktioniert übrigens jüdischer Humor und besonders der über den Holocaust:

Im Zug treffen sich ein Rabbi und ein ehemaliger SA-Strumtruppenführer.
Meint der SA-Mann: "Man, Jud, kannst Du mir sagen warum wir den Krieg verloren haben???"
Rabbi :"Ja, wegen der jüdischen Generäle."
SA-Mann: "Aber wir hatten doch keine Juden als Generäle! Das hätt's bei uns nie gegeben!"
Rabbi: "Eben!"


Eine ältere Frau bestellt in einem teuren Jerusalemer Restaurant eine Flasche Wein. "Ich empfehle unseren 94er Cabernet", sagt der Kellner. "Nein. 1994 ist mein Mann gestorben." - "Wie wäre es mit einem 87er?" - "Ungern: Da habe ich erfahren, dass mein Sohn schwul ist." - "Wissen Sie was", sagt der Kellner genervt: "Nehmen Sie doch einfach ein Mineralwasser!" - "Gute Idee", antwortet die Frau, "but without gas - wegen meiner deutschen Oma." 



Humor ist eine Waffe. Und oft die Waffe des Unterlegenen, des Wehrlosen. Denn wer wehrlos ist, ist gezwungen darüber nach zu denken, warum er wehrlos ist. Und so durchschaut er die Welt. Obwohl er leidet. Und muss darüber lachen. Das rettet ihn. Und läßt ihn das Leben  ertragen. Und zu überleben.

"Der Ernst muss heiter sein, der Scherz muss ernsthaft schimmern", sagte Novalis und Schopenhauer: "Je mehr ein Mensch des ganzen Ernstes fähig ist, desto herzlicher kann er lachen."


Montag, 30. Juni 2014

Mein "Auszeit-Tagebuch" Tag Nr. 1: Schluss mit lustig?

Heute ist Tag eins meiner Sommer-Auszeit. Ja, ich habe mir vorgenommen, eine längere Auszeit zu nehmen. Gut, heute morgen musste ich noch Kleinkram erledigen, aber ansonsten ist komplett Auszeit angesagt.
Ich habe mir viel vorgenommen. So eine Auszeit muss ja total durchorganisiert sein! Jawohl: Der Plan lautete: Mit ganz viel guter Laune, ausschlafen, ganz viele kreative Dinge tun, Berlin anschauen, die nächsten fünf Bücher planen, endlich mal total zu rauchen aufzuhören, keinen Alkohol zu trinken, abzunehmen, Sport zu machen. Alles Dinge, die andere so tun in der Auszeit.
Und dann das: Ich wache auf und stelle fest, dass mir weinerlich zumute ist. Was? Weinerlich? In der Auszeit? DAS GEHT GAR NICHT! Ich stehe also auf und schreibe eine Rechnung. Das musste noch mal sein und macht mich eigentlich froh! Heute aber nicht! Mir ist auch nach dem Schreiben der Rechnung weinerlich! So weinerlich, dass ich am allerliebsten das Duschen weglassen würde und unter Umgehung der üblichen Dinge wie Spülmaschine auszuräumen wieder ins Bett zu wollen.
DAS GEHT ABER GAR NICHT. So eine Auszeit kann ich doch nicht verplempern.
Ich hätte die Auszeit auch Sabbatical nennen können, das machen alle berühmten Menschen. Aber ich will ja nicht ein Jahr Pause machen und so berühmt bin ich auch nicht. Eine "Auszeit" muss reichen.
Also duschen, Spülmaschine ausräumen und los geht es. Auf in das pralle Berliner Leben. Heute fahre ich nach Pankow in die Gehtsemane-Kirche, die Kirche, in der die Friedens- und Demokratiebewegung Ost-Berlins ihren Standort hatte. das ist ein guter Anfang.
Die Kirche hat sogar auf und ist ganz hübsch. Ich schüttele mehr oder weniger unfreundlich einen selbsternannten Stadt- und Kirchenführer ab. Nützt nix, er hängt sich an einen anderen und erklärt in der Kirche lautstark, wie das alles so war, Ende der 80ger. Genervt verlasse ich die Kirche und trinke einen Kaffee in der Kneipe.

 Auf einmal merke ich einen Schmerz im Nacken. Den habe ich schon länger. Den Schmerz. (Den Nacken auch). Aber normalerweise verdränge ich Schmerzen, wenn ich arbeite. Das ist gut für mich. Ob für den Schmerz, weiß ich nicht. Dieses Mal lässt er sich aber nicht verdrängen. Er bleibt hartnäckig. So stark, dass es mir schwindelig wird. Dann tut irgendwas am Brustwein weh. Menschen sollen ja schon in Auszeiten gestorben sein! Aber am ersten Tag??? DAS GEHT GAR NICHT! Ich beginne  wieder weinerlich zu werden und laufe trotzig die Straße Richtung Prenzlauer Berg herunter. Es ist der erste Tag meiner Auszeit und der soll schön sein.Wie der erste Tag einer Auszeit ist, so wird die ganze Auszeit!
HILFE!!
Ich gebe auf! Gedemütigt von meiner Auszeit kaufe ich mir eine Packung Marlboro. Und ärgere mich. Dann kaufe ich mir  Spritzgebäck in rot und schwarz. Die goldenen haben irgendwelche Komiker schon weggefuttert. Und dann kaufe ich mir eine schicken spanischen Rotwein von 2007 für heute Abend. Falls mir dann noch weinerlich ist. Im Moment tun es auch die Spritzkuchen. Noch!

So ist das mit den Plänen. Der Mensch macht einen Plan und die Götter des Humors lachen sich tot.
Ich nicht!
Ich gelange langsam zu der Überzeugung, dass das mit der Auszeit kein bisschen einfach ist. Wenn man das so gar nicht gewohnt ist. So müssen sich Menschen fühlen die in Rente müssen.
Schrecklich!
Ich hoffe, meine Auszeit und ich, wir gewöhnen uns aneinander! Irgendwie! Mal schauen , wer am Schluss weinerlich ist. Die Auszeit oder ich!